Wertvolle Nährstoffe gleichmäßig verteilt - die Basis für hohe Erträge

Streufehler durch mangelhafte Einstellung und Wartung der Düngerstreuer treten in der Praxis nach wie vor häufig auf. Ungleichmäßig verteilte Nährstoffe beeinflussen Ertrag und Qualität von Ernteprodukten negativ und erschweren die Bestandesführung sowie die Ernte. Für den praktischen Landwirt ist es wichtig, die Faktoren zu kennen, welche die Qualität des Streubildes beeinflussen, um darauf bei der Düngerausbringung reagieren zu können. Praxistests zeigen den Unterschied.

In der heurigen Düngungssaison sind Landwirte mit hohen Düngerpreisen konfrontiert. Bei den derzeitigen Preisen für agrarische Erzeugnisse ist jedoch jedes Kilogramm Mehrertrag ein positiver Beitrag zum betriebswirtschaftlichen Optimum. Neben einer Neuausrichtung der Düngungsintensität, die sich vor allem in Gunstlagen trotz deutlich gestiegener Düngungskosten auf höherem Niveau als bisher bewegen wird, spielt eine optimale Ausnützung der gedüngten Nährstoffe durch den Pflanzenbestand eine wesentliche Rolle. Eine gleichmäßige Nährstoffverteilung beim Streuvorgang ist die Basis dafür.

Einfluss von Streufehlern auf den Ertrag von Getreide 

Grundsätzlich wird der Streufehler als Variationskoeffizient (Abweichung vom Mittelwert in %) der verteilten Düngermenge über die Arbeitsbreite angegeben. Ein Streubild wird als "sehr gut" beurteilt, wenn der Streufehler unter 10% liegt bzw. als "gut", wenn er unter 15 % liegt. Streufehler bis 25% sind in der Praxis mit freiem Auge nicht sichtbar, wirken sich aber bereits im Ertragsverlauf bei Getreide aus.

Streufehler % Ertrag dt/ha Ertragsverlust dt/hat
0 83,7
10 83,3 - 0,4
20 82,0 - 1,7
30 79,9 - 3,8
50 73,2 - 10,5
Erst Streufehler von 50% sind mit freiem Auge sichtbar

Ertragsverluste bei Weizen in Abhängigkeit vom Streufehler (28 Versuche, BASF Limburgerhof, 1986 – 1998)

Beobachtet man im Bestand deutlich unterschiedlich grün gefärbte Streifen („technische Streifenkrankheit“) bzw. im Extremfall Lagergetreide, so liegt der Streufehler hier bei 50%. Einbußen von 1000 kg/ha Ertrag sind die Folge.