Stellen Sie die Pflanze in den Mittelpunkt

Aktive Bestandesführung für optimale Pflanzenernährung

Der Versorgungszustand der Pflanzen mit Nährstoffen bestimmt den Zeitpunkt und die Höhe der Düngung.

Der Stickstoff-Düngebedarf ist nie konstant und kann von Jahr zu Jahr und Schlag zu Schlag erheblich schwanken. Nur durch eine Teilung der N-Düngung auf 3-4 Gaben ist es möglich, die N-Düngung auf jedem Schlag und in jedem Jahr optimal an den tatsächlichen Pflanzenbedarf anzupassen. Eine Pflanzenanalyse mit dem YARA N-Tester gibt Ihnen wertvolle Informationen über den aktuellen Ernährungszustand Ihrer Pflanzen. Aus dieser Messung lässt sich die optimale N-Düngermenge zum Zeitpunkt des Schossens und des Ährenschiebens bei Getreide sicher ableiten.

Daher gilt:

  • Die optimale N-Düngermenge ist zu Vegetationsbeginn noch unbekannt.
  • Eine Teilung der N-Düngung auf 3-4 Gaben erlaubt flexible Entscheidungen abhängig von Wachstums- und Witterungsverlauf.
  • Eine optimale Pflanzenernährung braucht die aktive Bestandesführung durch den Landwirt.
  • Geben Sie das Heft des Handels nicht aus der Hand!

Pflanzenanalyse mit dem YARA N-Tester®

Mit dem YARA N-Tester können Sie den Stickstoffbedarf Ihrer Pflanzen direkt auf dem Feld einfach, sicher und schnell ermitteln.

Bitte beachten Sie beim Einsatz des YARA N-Testers:

  • Entwicklungsstadium: Die N-Düngungsempfehlungen gelten nur für die Entwicklungsstadien BBCH 30-32 (Schossen) und BBCH 37-51 (Erscheinen des Fahnenblattes bis Beginn Ährenschieben).
  • Messpunkt: Die Messung sollte in der Mitte der Blattspreite des jüngsten, voll entwickelten Blattes erfolgen (siehe Abbildung). Die Messung an unvollständig entwickelten Blättern kann zu überhöhten Empfehlungen führen.
  • Sorten: Sortenunterschiede werden durch jährlich aktualisierte Korrekturfaktoren ausgeglichen, die auf den Empfehlungskarten angegeben und im Internet unter www.yara.de zu finden sind. 
  • Schwefelmangel: S-Mangel führt ebenfalls zu einer Aufhellung der Blätter. Beim Einsatz des YARA N-Testers muss eine ausreichende S-Versorgung sichergestellt sein. Wir empfehlen, den S-Bedarf schon mit der 1. Gabe zu decken, so dass beim Einsatz des N-Testers zur 2. und 3. Gabe kein S-Mangel auftreten kann. Andere Nährstoffe haben keinen nennenswerten Einfluss. 
  • Keinen Einfluss auf die N-Testermessung haben Tageszeitpunkt, PSM oder Feuchtigkeit auf dem Blatt, Strobilurineinsatz und das Ertragsniveau. 
  • Qualitätsweizen: Zuschläge für die Qualitätsweizenerzeugung sind in der N-Tester-Empfehlung nicht enthalten. Bitte berücksichtigen Sie daher auch die entsprechenden Empfehlungen der Züchter. 
  • Ihre Erfahrung: Der YARA N-Tester kann N-Bodenvorräte, die z.B. durch anhaltende Trockenheit noch nicht von den Pflanzen aufgenommen werden konnten, nicht anzeigen. Lassen Sie daher Ihre Erfahrung bei der Interpretation des N-Tester-Messwertes mit einfließen.

Der YARA N-Tester in der Praxis

Kornertrag und Nmin-Bodengehalte nach der Ernte in Abhängigkeit von der N-Düngung (verändert nach Baumgärtel et al., 1989).

Der YARA N-Tester hilft Ihnen, die N-Düngung sowohl ökonomisch als auch ökologisch zu optimieren.

Zahlreiche eigene und unabhängig durchgeführte Feldversuche sowie auch der langjährige Praxiseinsatz belegen die Treffgenauigkeit der N-Düngeempfehlung mit dem YARA N-Tester. Die N-Düngung nach N-Tester sichert Ihren wirtschaftlichen Erfolg.Eine am aktuellen Stickstoffbedarf ausgerichtete und damit fein justierte N-Düngung sorgt nicht nur für optimale Erträge, sondern führt auch zu einer besseren Ausnutzung des Düngerstickstoffs und leistet dadurch einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung der N-Bilanzüberhänge. Aus diesem Grund ist der YARA N-Tester von der Offizialberatung offiziell als Baustein eines umweltgerechten Ackerbaus anerkannt.

Gebrauchsanweisung

Durchführung der Messung im Feld

Optimierung der N-Qualitätsdüngung zu Winterweizen mit dem Hydro-N-Tester

Dr. Georg Dersch Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft

Seit mehreren Jahren bereits wird der YARA N-Testers als einfaches und rasches Hilfsmittel zur Ermittlung der N-Düngermengen zum Schossen und Ährenschieben bei Winterweizen in Österreich herangezogen. Es handelt sich dabei um ein ursprünglich von Minolta entwickeltes optisches Gerät mit der Bezeichnung SPAD-502, mit dem indirekt der Chlorophyllgehalt im Blatt ermittelt werden kann. Der Chlorophyllgehalt steht in enger Beziehung zum N-Versorgungsstatus, wobei sich N-Mangel - wie allgemein bekannt - durch hellgrüne Blätter zeigt. Das Messprinzip des N-Testers ist die Schwächung von Lichtstrahlen bestimmter Wellenlänge beim Durchtritt durch das Blatt. Die Größe der Lichtschwächung von 30 Blättern (Mindestzahl aufgrund der Streuung) ergibt einen dimensionslosen Messwert. Die unterschiedlichen Sortenausprägung der Blattfärbung wird durch Sortenkorrekturwerte, die im Rahmen der Sortenwertprüfung ermittelt werden, berücksichtigt. Aus dem sortenkorrigierten Wert wird die Düngungsempfehlung für bestimmte Entwicklungsabschnitte (Schossen, Ährenschieben) abgeleitet. Eine Beachtung von Ertragsniveau und Qualitätsziel war bislang nicht vorgesehen.

Der N-Tester erkennt die unterschiedlichen Versorgungszustände der Weizenpflanzen recht präzise, was in Gefäßversuchen unter standardisierten Bedingungen bestätigt werden konnte. Zu beachten ist, dass klarerweise nur gesunde Blätter herangezogen werden dürfen. Auch Trockenheit beeinflusst das Ergebnis, bei länger anhaltendem Wasserstress sind die Blätter deutlich dunkler, sodass höhere Messwerte ermittelt werden. Daher ergeben sich in der Empfehlung verminderte Düngermengen, womit das nunmehr niedrigere Ertragspotential jedenfalls in der richtigen Tendenz Berücksichtigung findet.

Den bisher zur Verfügung stehenden Düngetabellen liegen die Vegetations- und Ertragsbedingungen der deutschen Intensivlagen zugrunde, sie dürften auf ein sehr hohes Ertragsniveau ausgerichtet sein. Für österreichische Verhältnisse, vor allem in Trockenlagen, liegen diese Empfehlungen deutlich über den üblicherweise verabreichten N-Mengen. Das Dünge-System "N-Tester" wurde daher in den vergangenen 3 Jahren in einem gemeinsamen Projekt vom BFL in Wien und der Bundesanstalt für Agrarbiologie in Linz geprüft, insgesamt wurden über 30 Versuche in fast allen relevanten Weizenproduktionsgebieten durchgeführt.

Folgende Ergebnisse wurden erzielt:

  • Die unterschiedlichen standörtlich verfügbaren N-Bodenvorräte werden mit dem N-Tester-System erfasst und führen zu einer vergleichbaren Differenzierung der gesamten N-Düngermenge wie mit der Nmin-Methode. 
  • Wesentliche Verbesserungen der N-Effizienz werden auf Standorten erzielt, wo der verfügbare N-Bodenvorrat oder die N-Nachlieferung im Vegetationsverlauf nur sehr vage abgeschätzt werden können.
  • Die erste N-Gabe im Frühjahr ist zurückhaltend zu bemessen, um genügend Spielraum für die weiteren N-Gaben im Vegetationsverlauf zu haben. Mit dem N-Tester-System wird vor allem das Qualitätsziel wesentlich besser abgesichert.

Die nunmehr auf österreichische Verhältnisse abgestimmten N-Tester-Tabellen führen zu deutlich bis tendenziell niedrigeren N-Gaben im Vergleich zu den bisher in Verwendung stehenden N-Tester-Düngetabellen. Für die Gabe zum Ährenschieben stehen nunmehr in Abhängigkeit vom Produktionsziel darauf abgestimmte, deutlich unterschiedliche Empfehlungen zur Verfügung.

Schossen (EC 30/20) Ährenschieben (EC 37/51)
Keine Differenzierung nach Produktionsziel Qualitätsweizen (über 14% Protein bei etwa 6,5 t Ertrag) Mahlweizen (über 12,5 % Protein bei etwa 8,5 t Ertrag)
Messwert kg N/ha Messwert kg N/ha Messwert kg N/ha
> 665 0 > 685 0 > 665 0
665 - 621 20 685 -651 20 665 - 643 30
620 - 593 30 650 - 616 30 642 - 626 30
592 - 566 40 615 - 581 40 625 - 609 40
565 - 536 50 580 - 542 50 608 - 591 50
535 - 510 60 < 542 60 590 - 573 60
< 510 70 572 - 555 70
< 555 80