Rapsdüngung: wie viel Stickstoff ist nötig?

Versuchsansteller Franz Schachner testete die optimale Düngestrategie

Auch unter guten Wachstumsbedingungen mit hohen Stickstoffaufnahmeraten im Herbst und Winter bringen steigende Stickstoffmengen im Frühjahr noch deutliche Mehrerträge.

Im vergangenen milden Winter kam das Wachstum der meisten Rapsbestände kaum zum Stillstand. Bestände, die nicht oder nur unzureichend eingekürzt wurden, begannen bereits im Frühjahr mit dem Längenwachstum. Durch die lange Vegetationszeit haben die Pflanzen bereits hohe Nährstoffmengen über den Winter aufgenommen, sodass auf schlechter versorgten Standorten deutliche Stickstoffmangelerscheinungen auftraten. Kommt es zu derartigen Mangelsituationen, ist es wichtig, mit der Frühjahrsdüngung zu Vegetationsbeginn darauf zu reagieren und mit einer betonten Andüngung dem Rapsbestand zu einem raschen Wachstumsstart zu verhelfen. Versuche aus vergangenen Jahren haben gezeigt, dass eine Frühjahrsdüngung mit einem N-betonten, schwefelhältigen NPK-Dünger (COMPLEX 20/8/8+3MgO+10SO3, COMPLEX 16/10/10+3MgO+12SO3) im Durchschnitt 300 kg/ha Mehrertrag im Vergleich zur reinen Stickstoffdüngung bringt. Bei den derzeitigen hohen Rapspreisen ist diese Form der Andüngung hoch rentabel; zusätzlich wird die Bodenfruchtbarkeit aufrechterhalten.

Neben den Grund- und Begleitnährstoffen spielt der Stickstoff als Motor des Pflanzenwachstums die wichtigste Rolle in der Ertragsbildung. Die Höhe der optimalen Stickstoffmenge zu Raps variiert je nach Standort und hängt vom erzielbaren Ertragsniveau ab. Am Betrieb Schachner in Burgkirchen (OÖ) wurde in einem Stickstoffsteigerungsversuch bei einer Hybridrapssorte geprüft, auf welchem N-Niveau der höchste Rapsertrag zu erzielen ist.

Neben einer ungedüngten Variante als Vergleichsbasis wurden die N-Mengen auf 80 kg N/ha, 150 kg N/ha (80 + 70) und 200 kg N/ha (100 + 100) gesteigert. Die Andüngung im Frühjahr wurde dabei mit COMPLEX (16/10/10+3MgO+12SO3) durchgeführt, die Nachdüngung zur Sprossstreckung erfolgte mit NAC 27 N.

Versuchsergebnisse

Aufgrund der langen Vegetationszeit konnte auch die Frühjahrstrockenheit von Mitte März bis Anfang Mai den Erträgen im oberösterreichischen Innviertel kaum etwas anhaben. Dass die Böden am Betrieb Schachner entsprechend in Ordnung sind, zeigt bereits das Ertragsniveau in der ungedüngten Variante mit knapp 30 dt/ha Ertrag. Die Stickstoffsteigerungen zeichneten sich deutlich in den Mehrerträgen ab: die zusätzlichen 50 N von 150 auf 200 kg N/ha brachten noch beachtliche 5 dt/ha Mehrertrag. Die intensive Düngungsvariante mit 200 N/ha stellte sich in diesem Fall als die gewinnbringendste Rapsdüngungsvariante heraus.

Franz Schachner bewirtschaftet einen viehlosen Betrieb mit 37 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche. Neben der Vermehrung von Weizen- und Gerstensaatgut beschäftigt sich der Betriebsleiter seit mehreren Jahren mit Sortenversuchen zu Raps und dessen optimaler Bestandesführung. Nicht zuletzt auch wegen seiner Funktion als Obmann der Ölmühle "Inn-Öl" im nahe gelegen Mining liegt ihm die Produktion von Pflanzenöl aus Raps sehr am Herzen: "...die aus Raps produzierbare Ölmenge beträgt etwa ein Drittel des Ertrags (1000 Liter Öl bei 3000 kg Rapsertrag), der Rest ist hochwertiges Eiweißfutter. Somit wird durch eine angepasste Düngung nicht nur der Rapsertrag, sondern auch der Ölertrag/ha in gleichem Maße gesteigert".

Auf eine präzise Bestandesführung legt Herr Schachner dabei besonderen Wert: "Der Grundstein für eine gute Rapsproduktion ist neben einer ausreichenden Kalkversorgung eine optimale Nährstoffversorgung. Daher bekommt Raps bei mir schon im Herbst etwa 40 bis 50 kg Reinstickstoff. Sobald eine Befahrbarkeit der Schläge möglich ist, starte ich die Frühjahrsdüngung mit einem NPK-Dünger auf einem Niveau von etwa 80 kg Reinstickstoff, womit auch die Schwefeldüngung gleich erledigt ist. Der Rest folgt noch vor dem Aufstängeln der Pflanzen in Form von Kalkammonsalpeter."