Mais: Reicht die einmalige Düngergabe für optimale Erträge aus?

Versuchsansteller Karl Weiss testete die optimale Düngestrategie

Am Betrieb von Karl Weiss in Weißkirchen bei Wels wurde untersucht, wie sich die Aufteilung der N-Gaben zu Körnermais im Vergleich zur einmaligen Düngergabe vor dem Anbau auf den Ertrag auswirkt. Die Ergebnisse erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Die Maisdüngung in einem Arbeitsgang erledigen - oder doch den Stickstoff zu zwei Terminen geben? Diese Frage wird immer wieder unter Landwirten andiskutiert. War die Einmalgabe bis vor kurzem in den bisherigen ÖPUL-Programmen nicht erlaubt, könnte sie für viele Anwender unter der derzeit herrschenden Gesetzeslage interessant werden.

Mais braucht für hohe Erträge eine gute Nährstoffversorgung

Voraussetzungen für die Einmalgabe 

Gemäß Aktionsprogramm 2008 sind schnell wirkende bzw. leicht lösliche Stickstoffgaben von mehr als 100 kg N/ha zu teilen. Ausgenommen davon sind Hackfrüchte und Gemüsekulturen auf Böden mit mittlerer bis hoher Sorptionskraft (Tonanteil über 15%). Da Mais zu den Hackfrüchten zählt, darf von dieser Ausnahme Gebrauch gemacht werden, wobei die Hangneigung des Schlages unter 10% liegen muss.

Um den Einfluss der Stickstoffwirkung zwischen den beiden Düngesystemen messen zu können, wurde die Grunddüngung bei beiden Düngungsvarianten exakt gleich mit 100 kg P2O5/ha sowie 100 kg K2O/ha gegeben. Die geteilte Düngergabe erfolgte zunächst mit 667 kg/ha COMPLEX 15/15/15+7SO3+Zn (N:P:K = 100:100:100) vor dem Anbau, die restlichen 60 kg N/ha wurden in Form von 220 kg/ha NAC 27 N ins 4-Blattstadium des Maisbestandes gedüngt.

Ergebnisse aus den Versuchen

Die Ergebnisse vom Betrieb Weiss zeigen einen leichten Mehrertrag von 300 kg/ha Trockenmais der Einmalgabe im Vergleich zur geteilten Düngergabe (Grafik 1). Dass dieser Mehrertrag nicht allein auf die Frühjahrstrockenheit (ev. schlechtere Ausnutzung der 2. Gabe) zurückzuführen ist, belegen dreijährige Feldversuche zu dieser Thematik auf den Versuchsstandorten in OÖ, NÖ, St und K. Zumindest gleich hohe Erträge, tendenziell sogar höhere Erträge sind mit der Einmalgabe im Vergleich zur geteilten Düngung möglich (Grafik 2). Dort wo alle Voraussetzungen erfüllt sind, stellt die einmalige Maisdüngung vor dem Anbau mit einem N-betonten NPK-Dünger eine arbeitssparende und empfehlenswerte Düngungsvariante dar.

Der Betrieb Weiss ist auf Ackerbau mit Mastschweinehaltung sowie der Vermarktung von Frischgemüse spezialisiert. Auf den 60 Hektar Ackerflächen werden vorwiegend Winterweizen, Zuckerrübe und Körnermais angebaut. Herr Weiss beschäftigt sich schon länger mit Sortenversuchen zu Mais und erzielt nicht nur im Versuch, sondern auch auf den übrigen Praxisflächen bei den angebauten Kulturen auch unter widrigen Witterungsbedingungen immer wieder Höchsterträge. Diesen Umstand führt er einerseits auf eine gute Bonität der Böden, andererseits aber auf eine optimale Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen zurück, wobei für ihn auch die Nährstoffe aus der anfallenden Gülle eine wichtige Rolle spielen: "Mit der Gülle stelle ich bereits eine Grundversorgung für die Kulturen sicher. Die Stickstoffnachlieferung aus dem Boden ist auf Schlägen mit langjähriger Gülledüngung einfach höher. Der restliche Nährstoffbedarf wird mineralisch ergänzt. Mit dem richtigen Zusammenspiel von Wirtschafts- und Mineraldünger sind mir hohe Erträge garantiert.