RAPS: Nährstoffschub vom Boden und bessere N-Effizienz durch N-Pilot

Körnerraps kam heuer mit dem kühlen Frühjahr und den zahlreichen Niederschlägen wesentlich besser zurecht als Wintergetreide und brachte auch im niederschlagsreicheren Regionen mehr Erträge!



2016 Ausnahmejahr im langjährigen Vergleich:

  • Raps nutzte die hohe Nährstoff-Freisetzung aus dem Boden sehr effizient. Die einjährig ungedüngten Kontrollvarianten lieferten erstaunlich hohe Erträge.
  • Eines zeigt aber auch dieses Jahr: Je mehr Biomasse der Raps im Herbst aufbaut, desto weniger Stickstoff benötigt er im Frühjahr. Alle vier Standorte hätten mit einer schlagspezifischen, biomasseorientierten Düngungsempfehlung gemäß dem BEFU-Düngungsschema vom deutschen LfL (Landesamt für Landwirtschaft) Sachsen eindeutig profitiert.
  • Die Biomasse-Messung wurde dabei mit dem N-Pilot Biomasse- und Chlorophyll-Messgerät von Borealis-L.A.T durchgeführt.
  • Überraschenderweise zeigte Raps 2016 keine Schwefelwirkung. Auch hier verhielt sich Raps anders als Winterweizen, der hinsichtlich Rohproteingehalt von Schwefel profitierte.

Fazit:

Im Herbst soll Raps noch 10 bis 12 Laubblätter und einen Wurzelhalsdurchmesser von ca. 10 mm ausbilden. Dabei nimmt der Bestand bis 130 kg N/ha auf. Der im Boden verfügbare Stickstoff reicht dafür meist nicht aus. Über Wirtschafts- oder Mineraldünger, aber auch als „Turbo“ im 4 bis 6 Blattstadium mit Blattdüngern wie SUPREMO W 20/20/20, ist die Nährstoffversorgung im Herbst sicherzustellen.

  • Mit guten Erträgen und – relativ zu Weizen – sehr guten Preisen, sowie einer überragend guten Vorfruchtwirkung empfiehlt sich Körnerraps einmal mehr als wertvolles Fruchtfolgeglied, auch und insbesondere für viehhaltende Ackerbaubetriebe, die damit Herbstgülle besonders sinnvoll verwerten können.
  • Auch reine Ackerbaubetriebe profitieren von einer Herbstdüngung: 300 kg COMPLEX 15/15/15 (LINZER STAR bzw. Vollkorn gelb) verdoppeln zumeist die Herbstbiomasse-Bildung und sparen rund 60 Kilogramm Stickstoff im Frühjahr.
  • Mit der N-Pilot Biomasse-Messung steht der Praxis ein komfortabler Weg zu einer schlagspezifischen N-Bemessung der Rapsdüngung offen – das aufwändige Herausschneiden und Abwiegen der Rapsbiomasse im Herbst und/oder Frühjahr entfällt.
  • Die Kombination von Herbst NPK-Düngung, sowie N-Pilot und BEFU-Düngungsschema erhöhen signifikant die N-Effizienz.
  • Seine Ertragsanlagen bildet Raps bereits im Herbst aus. Deshalb ist eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherzustellen. Was im Herbst verabsäumt wird, kann meist im Frühjahr nicht mehr aufgeholt werden.

Unsere Empfehlung:

  • 20 m3 Praxisgülle (üblicherweise 1:0,5 verdünnt mit Wasser) vor dem Anbau oder
  • 300 kg COMPLEX 15/15/15+S+Zn (kann auch nach der Saat gestreut werden)
  • Auf guten Standorten, vor allem wenn das Stroh der Gereidevorfrucht das Feld verlässt: Zuwarten mit der Mineraldüngung bis Ende September und dann mit rasch wirksamen Nitratdüngern bzw. gezielter Blattdüngung die Wüchsigkeit des Raps steuern – ein „Hungernlassen“ bis zum 4-Blattstadium wirkt hier nicht nachteilig sondern fördert die Entwicklung einer starken Pfahlwurzel.
  • Als Blattdünger empfehlen wir L.A.T SUPREMO W 20/20/20 +TE, 15/5/30 +TE oder 8/17/41 + TE je nach PK-Status des Standortes in Kombination mit dem Bor-Dünger L.A.T SUPREMO L 89 B +Mo+S+Ca mit Bor, Schwefel und Molybdän.
Gerhard Stieglmayer wirtschaftet auf seichtgründigen Böden im Innviertel. Mit Herbstgülle entwickelte sich sein Raps im Herbst prächtig auf 1,7 kg Biomasse pro Quadratmeter. Die rund 4,5 Tonnen Raps wurden mit einer sehr moderaten Frühjahrsdüngung von zweimal 60 kg N/ha erzielt. Der sehr hohe Ertrag in der Kontrolle zeugt vom Nachlieferungsvermögen viehhaltender Standorte.
Auch Franz Kastenhuber hatte seinen Raps auf seichtgründigem Standort mit Herbstgülle stehen. Auch sein Raps entwickelte sich im Herbst sehr gut und auch bei ihm wurden sehr hohe Nährstoffmengen vom Boden bereit gestellt. Basierend auf der N-Pilot Biomasse-Messung hätte das BEFU Empfehlungsschema die N-Empfehlung im Frühjahr – so wie bei Stieglmayer – auf 120 kg/ha begrenzt.
Bis 5 Tonnen Raps konnte Hans Palkowitsch – im Trockengebiet! – ernten. Extreme Dünnsaaten brachten mit 300 kg Complex 15/15/15 eine aureichende Biomasse von gut 1 kg/m2. Hans Palkowitsch wirtschaftet viehlos.
Karl Essl brachte es auf annähernd 5 Tonnen Raps in den Gunstlagen des OÖ Zentralraums. Ohne Stickstoff-Herbstdüngung (nur 150 kg 4er Kali) waren im Frühjahr durch zusätzlich 60 kg Stickstoff rund 800 kg mehr Rapsertrag möglich. Karl Essl wirtschaftet viehlos.
Düngungsversuche zu Raps, Mittel über 2 Standorte (OÖ, NÖ) und 2 Jahre. Die Düngung mit NPK im Herbst brachte Mehrerträge.