Weizendüngung: Stickstoff bis zur Blüte steigert Proteingehalt

Mit Stickstoff zum Ährenschieben Ertrag und Qualität von Weizen sichern

Ausreichende Niederschläge sorgen nun auch im Osten Österreichs für gute Wachstumsbedingungen bei Winterweizen. Mit der Stickstoffdüngung zum Ährenschieben wird das vorhandene Ertragspotential ausgeschöpft und gleichzeitig ein hoher Rohpoteingehalt von Qualitätsweizen abgesichert. Die Qualitätsstufen beim Weizen ermöglichen verschiedene Vermarktungsmöglichkeiten. Im Vorjahr konnte man einen besonders hohen Preisaufschlag für Qualitäts- und Premiumweizen in der Vermarktung erzielen.

Stickstoffmenge

Je höher der Ertrag, desto mehr Stickstoff zur Spätdüngung. Als Faustregel gilt: 10 kg N/ha pro Tonne Ertrag. Bei 6 t/ha Qualitätsweizen sind 60 kg N/ha zur Spätdüngung erforderlich, um das Qualitätsziel von 14% Protein abzusichern. Steht ein N-Pilot zur Verfügung, kann mit diesem der Stickstoffbedarf für den jeweiligen Standort abgeschätzt werden.

Düngungszeitpunkt

Grundsätzlich kann die Spätdüngung vom Erscheinen des Fahnenblattes (Stadium EC 37) bis zum Ende des Ährenschiebens (EC 59) erfolgen. Die Düngung im Fahnenblattstadium beeinflusst Ertrag und Proteingehalt. Erfolgt die Spätdüngung von Beginn bis Mitte des Ährenschiebens, wird vor allem der Rohproteingehalt erhöht. Bei sehr hoher Ertragserwartung (und einer entsprechend notwendigen hohen Spätdüngergabe) ist eine Gabenteilung sinnvoll; Erfordert das erwartete Ertragsniveau – vor allem im Feuchtgebiet – 80 kg N/ha und mehr zur Spätdüngung, können 40 N/ha im Fahnenblattstadium und weitere 40 N/ha zum Ährenschieben verabreicht werden. Ertrag und Qualität werden somit gefördert.

Deutlicher N-Bedarf zur Ähre 

Im Feuchtgebiet zeigten heuer unsere Düngungsversuche im Schossen aber auch jetzt zur Ährengabe die unterschiedlich hohen N-Stufen deutlich. Das lässt auf eine mäßige Stickstoffnachlieferung aus dem Boden schließen. Im Gegensatz dazu hat das Trockengebiet lange die unterschiedlichen N-Stufen für das freie Auge kaum gezeigt. Dennoch zeigen N-Sensoren aktuell einen deutlichen N-Bedarf zur Ähre von rund 60 kg/ha an. Premium Qualität hat im vergangenen Jahr deutlich bessere Preise gefunden. Die Grafik zeigt die notwendige Stoffmenge im Korn in Abhängigkeit vom Ertrag, wenn der Proteingehalt des Weizens 15% betragen soll. Bei einem Kornertrag von 5 t/ha können mit 120 N/ha 15% Rohprotein erzielt werden; steigt der Ertrag auf 7,5 t/ha, sind bereits 180 N/ha notwendig, um den Proteingehalt halten zu können.

Annahme: Der im Weizenstroh enthaltene Stickstoff wird aus der Bodennachlieferung gedeckt

N-Düngung bis Blühbeginn möglich

Dort, wo die Spätdüngung bis jetzt nicht ausgebracht werden konnte, soll diese bis zum Blühbeginn des Weizens in voller Aufwandmenge (10 kg N pro Tonne Ertrag) nachgeholt werden – eine Erhöhung des Proteingehalts ist bis zu diesem Zeitpunkt allemal gegeben. Auf Weizenschlägen, die ein Ertragsniveau von 8 Tonnen pro Hektar erwarten lassen, und wo im Fahnenblattstadium nicht mehr als 40 N/ha gedüngt wurden, sollen weitere 40 N/ha bis zur Blüte fallen, um den Rohproteingehalt abzusichern.

n. Hege, LfL Bayern