Düngeempfehlung Winterraps

Vitaler, wüchsiger Raps legt seine Ertragsorgane optimal an, wenn er noch im Herbst 10 bis 12 Laubblätter und einen Wurzelhalsdurchmesser von ca. 10 mm bildet. Zu dicht und/oder zu früh gesät, hebt sich der Vegetationskegel und die Winterhärte ist eingeschränkt. Bei zu später Aussaat lagert der Raps ohne rasch wirksame Düngung meist nicht genügend Reservestoffe für den Winter ein.

Herbstdüngung als Standardmaßnahme

Vor dem Winter nimmt ein Rapsbestand üblicherweise um die 70 bis 80 kg N/ha auf (Spanne: 50 bis 120 kg/ha). Je nach Vorfrucht, Boden und Witterung ist unterschiedlich viel Stickstoff pflanzenverfügbar. Daher ist es bereits Standard, dass Raps über Wirtschafts- oder Mineraldünger in Abhängigkeit von der Bestandesentwicklung bedarfsgerecht mit Nährstoffen (N+P+K+S) versorgt wird.

Folgende Faktoren erfordern eine Herbstdüngung:

  • Getreidestroh bleibt am Feld
  • Späte Vorfruchternte und Aussaat
  • Schlechte Strohrotte
  • Mangelhafte Saatbettbereitung
  • Schwaches Wachstum auf schweren, kalten Böden
  • Schlechter Feldaufgang (Schnecken, Erdfloh, Trockenheit,...)
  • Multifaktorielle Wuchshemmungen z.B. durch Herbizide

Raps braucht nicht nur Stickstoff

Im Vergleich zu anderen Kulturarten nimmt Raps vergleichsweise viel Phosphat, Kali, Magnesium und Schwefel auf. Die Bodenvorräte sollen daher in ausreichendem Ausmaß zur Verfügung stehen. Nicht nur der Raps, auch die Folgefrucht profitiert von der NPK(S)-Gabe zu Raps! Volldünger ermöglichen auf arbeitswirtschaftlich optimale Art, die verbleibende Vegetationszeit optimal zu nützen.

Schwefelbedarf tritt im Herbst erfahrungsgemäß nur gemeinsam mit erkennbarem N-Bedarf auf. Raps nimmt bis zum Winter 10 bis 15 kg S/ha auf; es empfiehlt sich nicht, hohe S-Mengen im Herbst zu streuen. Nicht aufgenommener Schwefel wird durch die Niederschläge im Winter aus dem Oberboden ausgetragen und steht den Pflanzen zu Vegetationsbeginn im Frühjahr nicht zur Verfügung.

Wirtschaftsdünger vor der Saat, Mineraldünger im 4-Blattstadium

Viehhaltende Betriebe nutzen die Nährstoffe aus Wirtschaftsdünger für die Herbstdüngung von Raps. Am besten werden 15 bis 20 m³ Praxisgülle vor dem Anbau gegeben. Dadurch wird die Strohrotte gefördert, was sich positiv auf die Stickstofffreisetzung im Boden auswirkt. Viehlose Betriebe decken den Nährstoffbedarf am besten mit nitrathaltigen und wasserlöslichen Volldüngern. Da diese im Gegensatz zur Gülle rasch wirksam sind, empfiehlt sich hier der Einsatz ab dem 4-Blattstadium. Die bis dahin gut sichtbaren Fahrgassen ermöglichen bei richtiger Streuereinstellung zudem eine exakte Nährstoffverteilung.

30 bis 50 kg N/ha haben sich bewährt

Bei verhaltenem Wachstum/Nährstoffmangel ist in der Regel ist eine N-Gabe von 30 bis 50 kg N/ha sinnvoll. Die Start PK-Gabe fördert und stärkt die jungen Pflanzen.

Unsere Empfehlung für die Herbstdüngung zu Raps, je nach PK-Gehalt des Standortes:

Erfahren Sie hier mehr über die Raps-Versuchsergebnisse!